Demokratiebericht 2026 NRW

Der Demokratiebericht ist eine Art Pulsmesser der Demokratie in Nordrhein-Westfalen. Er beruht auf einer datengestützten Analyse der Einstellungen zur Demokratie in der nordrhein-westfälischen Bevölkerung. „Die Landeszentrale für politische Bildung versteht den Demokratiebericht als Anknüpfungspunkt für einen Dialog über Demokratie und Zusammenleben in unserem Land“, so der kommissarische Leiter der Landeszentrale, Professor Andreas Kost

Was bedeutet Demokratie? Viele Menschen sind unsicher: So gehören rund 42 Prozent der Menschen in Nordrhein-Westfalen zur Gruppe der fragilen Demokraten, bei denen sich demokratische und undemokratische Einstellungen mischen.

Zufriedenheit mit Demokratie sinkt: Die Zufriedenheit mit der tatsächlichen Funktionsweise der Demokratie ist im Vergleich zu 2023 in den mittleren Altersgruppen weiter stark zurückgegangen (bei den 30 bis 44 Jährigen: -18 Prozentpunkte) und in der jüngsten Altersgruppe der 14- bis 18-Jährigen regelrecht eingebrochen (-30 Prozentpunkte).

„Die Demokratie in Nordrhein-Westfalen ist nicht akut gefährdet, aber mittelfristig in Gefahr. Persönliche Sorgen, ein wahrgenommener Mangel an wirtschaftlichen Ressourcen und Chancen sowie diffuse Zukunftsangst nagen am demokratischen Selbstverständnis der Menschen in Nordrhein-Westfalen.“ –

Andreas Blätte, Direktor NRW School of Governance und Leiter der wissenschaftlichen Begleitung des Demokratieberichts

Engagement und Beteiligung sind Schlüssel für mögliche Verbesserungen: Engagement und Beteiligung sind im Dreiklang aus Zuhören – Erklären – Handeln ein zentraler Schlüssel für Verbesserungen. In Schule, Ehrenamt und Zivilgesellschaft sind zeitliche, fachliche und finanzielle Ressourcen entscheidend, um die Demokratie zu stärken.

Prinzipien der Demokratie betonen: Politische Bildung macht vieles richtig, muss aber bestimmte Gruppen stärker mit politischer Grundbildung abholen. Die Einrichtungen der politischen Bildung sollten noch stärker als bisher ein Bewusstsein für grundlegende Prinzipien der Demokratie wie Gewaltenteilung, Minderheitenrechte oder die Rolle der Parteien als Institutionen der Willensbildung vermitteln.