In der Veranstaltungsreihe stand unter dem #2 der Rechtsextremismus im Rhein-Erft-Kreis als Thema an. Eingeladen hatten in Kooperation der Give e.V., hab8cht e.V. und der AWO Rhein-Erft & Euskirchen e.V. unterstützt von „Kommunales Integrationszentrum Rhein-Erft-Kreis“. Referiert wurde von Dr. Christoph Busch von der Abteilung Verfassungsschutz des Ministerium des Innern NRW.
75 Menschen kamen nach Kerpen ins Mosaik zum Vortrag von Dr. Christoph Busch.

„Der beste Verfassungsschutz besteht aus mündigen Bürgerinnen und Bürgern, die für ihre Demokratie eintreten und rechte Hetze in die Schranken weisen“, waren seine Worte.
Dr. Busch berichtete über eine deutliche Veränderung und Verschärfung des Rechtsextremismus in Deutschland, insbesondere in Nordrhein-Westfalen. Im Mittelpunkt steht die zunehmende Radikalisierung junger Menschen über das Internet. Dort nutzen rechtsextreme Gruppen gezielt Propaganda, Gemeinschaftsangebote und einfache Feindbilder, um Jugendliche anzusprechen und für ihre Ideologie zu gewinnen. Die von Herrn Dr. Busch gezeigten exemplarischen Videosequenzen/ Filmberichte waren in ihrer Menschenverachtung teils schwer ertragbar.
Dabei zeigt sich, dass vor allem junge Menschen ohne stabiles soziales Umfeld besonders anfällig sind. In Online-Communities werden sie schrittweise an ein rassistisches, antisemitisches und gewaltverherrlichendes Weltbild herangeführt. Diese Entwicklung kann bis hin zu konkreten Gewaltfantasien und geplanten Anschlägen führen.
Zugleich wird deutlich, dass sich die Szene verjüngt und modernisiert hat. Neben klassischen neonazistischen Gruppen entstehen neue Formate wie sogenannte „Active Clubs“, die zunächst unpolitisch erscheinen, ihre Mitglieder jedoch ideologisch beeinflussen.
Ein weiterer Aspekt ist die Rolle der Neuen Rechten. Diese tritt nach außen bürgerlich auf und versucht gezielt, ihre Positionen in der gesellschaftlichen Mitte zu verankern. Trotz dieser moderaten Fassade bestehen inhaltliche Überschneidungen mit offen radikalen und gewaltbereiten Gruppen.

Aus dem Publikum kamen teils kritische Anmerkungen zum Versagen von Behörden wie z.B. beim Erkennen des NSU oder rechtsextremen Tendenzen in der Polizei. Herr Dr. Busch sieht hier einen Wandel durch ein diverseres Personal in den Behörden und eine erhöhte Sensibiltät. Er schloss seinen Vortrag mit einem humoristischen Kurzfilm als Hoffnungsgeber nach den eher alarmierenden Informationen.
Es ist wichtig, dass wir wachsam bleiben, Haltung zeigen und aktiv gegen jede Form von Rechtsextremismus eintreten. hab8cht dankt allen Teilnehmenden, den aktiven zivilgesellschaftlichen Demokratieschützer:innen, Behörden und Verfassungsorganen




